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verkehr:projekte:radfahrer_faq:wieso_1.5

Wieso 1,5 Meter? Weniger reicht doch aus, ich kann das einschätzen

Immer wieder begegnen mir Aussagen wie z. B. „Passt schon, ich kann das einschätzen“, nachdem mich ein Autofahrender mit 30 cm Abstand überholte. Schön, dass er glaubt, das einschätzen zu können. Kann er jedoch faktisch nicht. Und mit seiner Aroganz gefährdet er mein Leben und das von anderen Radfahrenden. Mit anderen Worten: Wenn du mich knapp überholt hast, dann ist bisher nur aus purem Zufall nichts passiert oder weil ich dein asoziales und gefährdendes Fahrverhalten ausgleichen konnte, weil ich z. B. schon im Rückspiegel gesehen hatte, dass du nicht der schlauste Mensch bist und ausgewichen bin. Auch ein Grund, wieso ich nicht scharf rechts auf der Linie fahre, sondern Abstand lasse.

Zudem kann ein Radfahrender nicht auf einer zehn Zentimeter schmalen Linie fahren sondern lenkt permanent nach links und rechts. Je niedriger seine Geschwindigkeit ist, desto mehr schlenkert er. Denn die Physik beim Fahrradfahren funktioniert so, dass man um einen Mittelpunkt pendelt. D. h. ein Radfahrender benötigt einen gewissen Bereich. Das kann durchaus auch mal ein 1 Meter breiter (oder mehr) Bereich sein.

Auch schätzt man aus dem fahrenden Auto heraus eine Gefahr ganz anders ein, weil man in einer schall- und windisolierten und voll gefederten Kabine sitzt und selbst 100km/h sich bequem anfühlen. In einem Auto bemerkt man nur kurz, dass man gerade an einem Radfahrer vorbeigefahren ist. Der Radfahrende bemerkt jedoch den lauten Motor, den Wind, dann den Sog, der Adrenalinspiegel geht hoch, er bekommt Angst,…

Hier einige Gründe, wieso der Mindestabstand sinnvoll ist und auch eingehalten werden muss:

  • Wenn ich z. B. langsam bergauf fahre und links/rechts schlenkere und du mich mit wenigen Zentimetern Abstand überholst, dann ist es nur Zufall, dass ich nicht gerade dann nach links lenke, während du überholst. Es ist möglich, dass ich einen Schlenker von gut einen halben Meter nach links/rechts fahre, während du mich überholst, aus physikalischen Gründen.
  • Wenn jemand einen Radfahrenden mit zu wenig Abstand überholt, und der Radfahrende Angst bekommt, was passiert dann? Im besten Fall macht der Radfahrende aus Angst einen Schlenker nach rechts und dann ausgleichend automatisch wieder nach links. Wenn der nächste Autofahrer auch meint, 30 cm wären genug Abstand zum Überholen, dann trifft er den Radfahrenden als nächster mit voller Wucht mit seinem Auto.
  • Im schlimmsten Fall stürzt der Radfahrende aus Schreck oder Angst vom Fahrrad und wird je nach Fallrichtung vom nachfolgenden Verkehr überrollt.
  • Wind/Sog. Es wird unterschätzt, dass große und/oder schnell fahrende Fahrzeuge eine gewisse Luftmasse vor sich herschieben. Diese bewirkt zuerst ein Abstoßen vom Fahrzeug weg und nach dem Überholen einen Sog in Richtung Straßenmitte. Wenn das Fahrzeug zu dicht überholt, dann ist man diesen Winden stark ausgesetzt und muss über das Lenken ausgleichen, um nicht zu stürzen. Wenn dann wieder der nachfolgend überholende Autofahrer annimmt, 30 cm Abstand würden ausreichend sein, dann ist der Radfahrende tot.
  • Wind allgemein: Auch der normale Wind einen auch mal einen Meter zur Seite schieben, je nach Windstärken.

Ein paar Videos von zu knapp überholenden Autofahrenden:

Das folgende Video wurde aufgenommen auf der Hohenzollernstraße kurz hinter der Kreuzung Bayernstraße in Richtung Kreisverkehr (Karte). Hier ist kein Platz, um einen Radfahrenden ohne Gefährdung zu überholen. Und genau das hat dieser Autofahrende getan. Wäre ich nicht instinktiv ausgewichen, dann hätte er mich erwischt. Übrigens gab es mal einen Leserbrief in der Pforzheimer Zeitung von einem Leser, der sich genau auf diese Stelle berief und sich darüber beschwerte, dass der Radfahrende hier daran Schuld habe, dass man ihn nicht überholen könne, weil er nicht rechts fahre. Selbst wenn ich hier ganz rechts fahren würde, gäbe hier nicht die Möglichkeit mit 1,5 Metern Abstand zu überholen. Zudem geht es relativ steil den Berg hoch.

Hier zwei Videos von Autofahrenden, die mit viel zu wenig Abstand überholten und vor allem sehr schnell unterwegs waren. Wenn ich in so einem Moment einen Schlenker nach links mache, dann bin ich tot. So ein Fahrverhalten ist absolut unnötig und gefährdet massiv das Leben anderer Menschen.

Hier ein absolutes Positivbeispiel, das ist von Kupferhammer in Pforzheim hoch nach Huchenfeld, kurz vor der S-Kurve oben. Hier überholen viele mit zu wenig Abstand und argumentieren, dass es nicht möglich sei, genügend Abstand einzuhalten. Siehe selbst:

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verkehr/projekte/radfahrer_faq/wieso_1.5.txt · Zuletzt geändert: 2019/06/19 23:02 von Natenom